Sigrid Hupach

Kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion

Leiterin des Arbeitskreises Lebensweisen und Wissen

 

Sigrid Hupach in Kürze - mein Flyer

 
 
 

REDEN im Deutschen Bundestag

 
 

PRESSEMITTEILUNGEN

 

Kulturpolitik in den Ländern

Parlamentarische Initiativen der LINKEN in den Landtagen

 
 
10. Januar 2017

Übergabe von Spendenschecks des Fraktionsvereins - Teil 1

Zur Freude der 12 aktiven Mitglieder des "Netzwerk Zeitspender" e.V. aus Nordhausen, habe ich heute der Vorsitzenden des Vereines, Ilona Scharff, und zwei weiteren Mitstreiterinnen einen Scheck über 500 € übergeben.

Die "Zeitspender" haben sich vor anderthalb Jahren gegründet, um einen Teil ihrer Freizeit Menschen zu spenden, die im Alter oder durch Krankheit nicht mehr in der Lage sind, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Mitglieder besuchen Einrichtungen oder auch Menschen in ihrem zu Hause, gehen mit ihnen spazieren, lesen gemeinsam mit ihnen, helfen beim Ausfüllen von Unterlagen, bei Einkäufen oder bei Friedhofsbesuchen. Auch Arztbesuche werden durch sie problemlos möglich und manchmal sind es nur nette Worte, die einsame Menschen glücklich machen.Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die sich die „Zeitspender“ vorgenommen haben. Aber sie geben nicht nur, sondern sie nehmen ganz viel für sich selbst mit! Und das ist Ansporn für die weitere Arbeit. 

Mit der finanziellen Unterstützung unseres Fraktionsvereins soll nun eine kleine Bibliothek erweitert und ein Vereinsfest als Dankeschön für die Mitglieder organisiert werden. 

 

10. Januar 2017

Übergabe von Spendenschecks des Fraktionsvereins - Teil 2

Den zweiten Spendenscheck über 500 € überreichte ich heute der Leiterin des Jugendgästehauses Rothleimmühle in Nordhausen, Carmen Witzel, für das herausragende Projekt "Klassenreise zur Musik". Hierbei soll Kindern gezeigt werden, wie viel Spaß Musik bereiten kann und Lust auf mehr Musik, Gesang und Bewegung gemacht werden. 

Konkret gestaltet sich das so, dass in dieser Woche eine Inklusive Klassenreise zur Musik stattfindet. Mit dabei sind fünf Schulklassen aus Nordhausen, Berlingerode, Dittrichshütte und Saalfeld. Die Drittklässler erleben in dieser Wochen professionelle Künstlerinnen und Künstler, die mit ihnen innerhalb weniger Tage ein Mini-Musical erarbeiten. Gesang, Percussion und Tanz – in diesen Workshops arbeiten die Kinder eifrig. Sie haben viel Spaß und Motivation, in ihre Rollen einzutauchen. Begleitet werden sie von den Referenten der Klassenreise zur Musik: Jens Pape (Musikalische Leitung, Komponist und Workshopleiter Gesang, Insina Lüschen (Gesang & Orga), Emre Akca (Percussion) und Vanessa Derkum (Tanz). Den Abschluss und sicherlich Höhepunkt bildet dann die öffentliche Aufführung des Stückes am kommenden Samstag. 

Das Jugendgäste- und Bildungshaus initiierte diese Projekt 2006 gemeinsam mit Rolf Zuckowski und seiner Stiftung Kinder brauchen Musik. Dank der Unterstützung mehrerer Sponsoren war dieses Projekt möglich geworden. Schön, dass wir uns daran beteiligen konnten.

21. Dezember 2016

Runder Tisch zu "Frauen in Kultur und Medien"

Im Sommer hatte der Kulturrat die Studie „Frauen in Kultur und Medien“ vorgestellt, die Zahlenmaterial der vergangenen zwanzig Jahre zur Situation von Frauen im Kultur- und Medienbereich zusammengetragen und ausgewertet hat und darauf aufbauend auch den enormen Handlungsbedarf für eine Gleichstellung der Geschlechter in diesem Feld umrissen hatte. Bei der Vorstellung der Studie versprach Monika Grütters, die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, noch in diesem Jahr einen Runden Tisch einzuberufen.

Gestern nun war es so weit: zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus dem Film- und Fernsehbereich, der Literatur oder der Musik, den darstellenden und den bildenden Künsten, aus dem Journalismus, der Kreativbranche oder der Kunst-, Musik- und Filmhochschulen kamen gestern im Bundeskanzleramt zusammen, um anhand von Leitfragen konkrete Vorschläge für eine spürbare Verbesserung der Situation von Frauen im Kultur- und Medienbereich zu erarbeiten.

Einig waren sich alle darin, dass es sich bei der Gleichberechtigung der Geschlechter nicht um ein kleines Spezialthema handelt, sondern um ein gesamtgesellschaftliches Ziel, um kulturelle und mediale Vielfalt, mithin um die Umsetzung des Grundgesetzes. Und: Einigkeit bestand darin, dass es schnell konkrete Maßnahmen braucht, um die strukturelle Ungerechtigkeit aufzubrechen.

Nach einer Einführung der BKM und von Olaf Zimmermann vom Kulturrat standen dann vor allem vier Aspekte im Zentrum der Diskussion: Frauen in Leitungspositionen, Zusammensetzung von Jurys und Gremien, die Vereinbarkeit von Familie und Karriere sowie vor allem der Gender Pay Gap, der im Kultur- und Medienbereich erschütternde 24 Prozent beträgt. Die gestern in die Diskussion eingebrachten Vorschläge sollen nun zeitnah in Arbeitsgruppen ausgearbeitet werden, so dass noch vor der Sommerpause einige der Vorschläge konkret umgesetzt werden können.

Der gestrige Tag hat doch froh gestimmt, dass es nicht nur wieder erneut eine Debatte um das Thema gibt, sondern endlich auch ein konkretes Maßnahmenpaket. Zu verdanken ist dies auch und vielleicht sogar vor allem dem großen Engagement der Initiativen Pro Quote und Pro Quote Regie.

Die Studie „Frauen in Kultur und Medien“ kann seit dieser Woche kostenlos als E-Book auf den Internetseiten des Kulturrates heruntergeladen werden:
https://www.kulturrat.de/pressemitteilung/studie-frauen-in-kultur-und-medien-jetzt-als-e-book/

 

15. Dezember 2016

Diskussion zu "Luthers ungeliebten Brüdern" und alternativen Reformationskonzepten in Thüringen

Für den heutigen Abend hatten meine Fraktion und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen nach Mühlhausen eingeladen, um zu Beginn des Reformationsjubiläums – welches jedoch eher als Lutherjubiläum wahrgenommen wird – den Blick auf andere Reformatoren in Thüringen zu lenken. Im übervollen 3K-Theater gab der Direktor der Mühlhäuser Museen, Thomas T. Müller, der übrigens vor wenigen Wochen seine gleichnamige Ausstellung im Bauernkriegsmuseum eröffnete, einen Einstieg in die Thematik.

In seinem Vortrag zog er keinesfalls in Zweifel, „dass Martin Luther Großes geleistet und enormen persönlichen Mut bewiesen hat. Gleichwohl ist die Reformation niemals das Werk eines Einzelnen gewesen. Doch während Luthers engsten theologischen Mitstreitern, wie Philipp Melanchthon, Johann Agricola oder Georg Spalatin in der 2008 ausgerufenen „Lutherdekade“ noch ein Platz im Halbschatten des Reformators zugestanden wird, erhalten jene Theologen, die von der reinen lutherischen Lehre abweichende oder gar eigene reformatorische Ideen verfolgten, in der Regel noch nicht einmal einen Platz auf der Ersatzbank des Jubiläumsteams.

Und so berichtete Müller von Männern wie Andreas Bodenstein (Karlstadt), Jakob Strauß, Thomas Müntzer, Heinrich Pfeiffer oder Matthäus Hisolidus, die in der Frühphase der Reformation mit eigenen Reformationsideen an die Öffentlichkeit traten und der jungen Bewegung viele neue Impulse gaben. Luther und sein Umfeld seien jedoch massiv gegen diese „Schwärmer“ vorgegangen und Thomas Müntzer gälte sogar als erstes Opfer konzertierter Propaganda gegen einen Abweichler von der reinen Lehre im streng lutherischen Sinne.

Anschließend diskutierten Gregor Gysi und Propst Diethard Kamm, Regionalbischof Gera-Weimar und Stellvertreter der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, über das Thema – moderiert von der Journalistin Stefanie Gerressen. Mein Fraktionskollege machte gleich zu Beginn deutlich, dass Luther Tolles geleistet hätte und er es nachvollziehen könne, dass die Reformation so mit ihm verbunden wird – jede große Bewegung wäre schließlich an eine zentrale Person geknüpft was immer ein bisschen ungerecht wäre. Es sei nur falsch, wenn die anderen keine Erwähnung fänden. Mit Thomas Müntzer hätte Gysi viel Sympathie, weil er zu den Schwächsten ging und etwas verändern wollte. „Ob das nun aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen geschah, ist mir eigentlich egal.“, so Gysi. Propst Kamm ging auf die Marke Luther und den damit verbundenen Marketingeffekt ein und sprach zugleich die Schwierigkeit an, die damit verbunden sei, wenn jemand auf einen Sockel gehoben würde. Das hätte Müntzer in der DDR auch geschadet. Dieser spiele aber natürlich auch in seiner Kirche eine Rolle – Fragen, wie man mit Obrigkeiten umgehen oder ein gottgefälliges Leben führen kann würden bleiben.

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass man diese Reformatoren nicht außerhalb ihrer Zeit betrachten – aber selbstverständlich Lehren aus ihrem Wirken ziehen kann. Und auch heute bräuchte es in dieser Welt wieder Reformatorinnen und Reformatoren, machte der Propst am Ende deutlich und endete mit dem Appell „Fürchtet euch nicht“. Großen Applaus erntete Gregor Gysi für seinen Satz: „Jesus Christus wäre heute Mitglied der Linken“ – ein gutes Schlusswort einer spannenden Diskussion.

 

Bericht in der "Thüringer Allgemeine"

Einladungskarte

14. Dezember 2016

Neuregelung des Bundesarchivrechts - unsere Änderungsanträge zum Gesetzentwurf

Heute wurde im Ausschuss für Kultur und Medien der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuregelung des Bundesarchivrechts behandelt. Meine Fraktion und ich begrüßen grundsätzlich, dass wir nun endlich – 30 Jahre nach Einführung des Bundesarchivgesetzes und kurz vor Ende der Legislatur – zu einer Modernisierung dieses wichtigen Gesetzes kommen.

Bereits im Koalitionsvertrag war die Zielrichtung vorgegeben: es soll ans digitale Zeitalter angepasst werden, an die modernen Anforderungen an Transparenz und Informationsfreiheit und vor allem soll es nutzer- und wissenschaftsfreundlicher werden. 

Dass dieses Anliegen richtig ist, da sind wir uns im Ausschuss einig.

Die Berichte aus den diversen Historikerkommissionen zur Aufarbeitung der Geschichte der Bundesministerien und –behörden, aber auch die mehr als zweifelhafte Aktenführung bei den Geheimdiensten im Zusammenhang mit dem NSU haben einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass entsprechende Unterlagen für die Öffentlichkeit und insbesondere für die Wissenschaft zur Verfügung stehen.

Das Bundesarchiv als die zentrale Gedächtnisinstitution der Republik ist hierfür die beste Adresse, vorausgesetzt natürlich, es ist personell und finanziell und auch von den baulichen Bedingungen her entsprechend abgesichert.

Die dort angestellten Archivarinnen und Archivare haben ja nicht nur eine professionelle Ausbildung, sie haben vor allem viel Erfahrung, welche Unterlagen von bleibenden Wert sind und nicht nur aus tagesaktueller Sicht relevant erscheinen, so dass spätere Generationen sich ein wirklich umfassendes Bild unserer heutigen Gesellschaft machen können. Regierung- und Verwaltungshandeln gehört da maßgeblich dazu. 

 

WEITERLESEN

 

+++ Unsere Änderungsanträge +++

Begriffsbestimmungen / Pflichtablieferung Filmwerke / Unabhängige Bewertung / Digitalisierung / Nachrichtendienste / Schutzfristen / Bibliotheken / Löschungssurrogat

14. Dezember 2016

Die neue "clara" mit einem Editorial von mir

Gerade ist die neue "clara", das Magazin unserer Fraktion, zu dem Thema "Nur gute Renten sind super! Wie die Fraktion DIE LINKE die gesetzliche Rente sicher machen und Altersarmut verhindern will" erschienen. Hierfür habe ich folgendes Editorial geschrieben:

***

Liebe Leserinnen und Leser,

was wird aus unserer Rente, kann ich im Alter von meiner Rente leben, und worauf muss ich alles verzichten? Diese Fragen beschäftigen derzeit wohl Millionen Menschen. Altersarmut ist aber auch schon heute für viele Menschen in Deutschland bittere Realität – Tendenz steigend.

Besonders betroffen davon sind Frauen, aber auch Selbstständige, Solo-Selbstständige und Freiberufler haben sehr häufig nicht die Möglichkeit, ausreichend für das Alter vorzusorgen. Das gilt nicht allein, aber speziell auch für Künstlerinnen und Künstler. Durch die zunehmende Ökonomisierung der Kultureinrichtungen sind immer mehr Kulturschaffende in die Selbstständigkeit getrieben worden. Sicher, das bietet auch mehr Freiraum und Selbstbestimmung. Aber es birgt eben die Gefahr, sich von Honorar- zu Honorarvertrag zu hangeln, ohne ausreichende soziale Absicherung und ohne die Chance, heute von dem eigenen Beruf leben und fürs Alter vorsorgen zu können.

Die Zahlen der Künstlersozialkasse zeichnen seit Jahren ein düsteres Bild: Im Durchschnitt verdienten die dort Versicherten zuletzt 15.945 Euro – brutto und im ganzen Jahr. Und Frauen erhielten im Schnitt 24 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Für den Bereich der bildenden Kunst weist die gerade erschienene Studie des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler nach, dass fast jeder Zweite eine Rente unter 800 Euro bezieht. Ich finde das beschämend für einen Kulturstaat.

 

WEITERLESEN

HIER die komplette Ausgabe

13. Dezember 2016

Koalition peitscht mit Sondersitzungen die Reform des Urhebervertragsrechts durch

Aufruf der Initiative Urheberrecht zur Protestaktion vor dem Bundestag am 1. Juni 2016

Nachdem sich die Koalition bei der Reform des Urhebervertragsrechts monatelang nicht einigen konnte, wurden am Dienstag kurzfristig Sondersitzungen der Ausschüsse für Recht & Verbraucherschutz sowie für Kultur & Medien anberaumt. 

Beim Urhebervertragsrecht handelt es sich um ein ganz zentrales Instrument, um die wirtschaftliche und soziale Lage von Urheberinnen und Urhebern und ausübenden Künstler*innen wirklich zu verbessern. Daher war es auch verständlich, dass sich der Protest gegen den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf auch so vielfältig gestaltet hat. 

Auch wir LINKEN sahen im Gesetzentwurf einen entschiedenen Rückschritt gegenüber der geltenden Rechtslage und eine Verfestigung des bestehenden strukturellen Ungleichgewichts zwischen meist als Einzelne auftretenden Urheber*innen und zum Beispiel im journalistischen Bereich international aufgestellten und vielfältig agierenden Verwerter*innen.  

In den parlamentarischen Beratungen haben wir, ausgehend von unserem Gesetzentwurf aus der letzten Legislatur, einem Fachgespräch und zahlreichen Beratungen mit Betroffenen, uns vor allem eingesetzt für:

  • die einzelne Vergütung jeder Nutzung
  • die Einschränkung von Total-Buyout-Verträgen und Pauschalvergütungen 
  • jährliche Auskunftspflicht der Werknutzer (nicht der Vertragspartner) gegenüber den Urheber*innen 
  • eine gesetzlich bestimmte Frist von einem Jahr für die Aushandlung von Vergütungsregeln zwischen Urheberverbänden mit Verwertern, die zudem für alle betreffenden Unternehmen verbindlich sind 
  • verbindliche Schiedssprüche der Schlichtungsstelle  
  • ein bedingungsloses Kündigungsrecht nach fünf Jahren 
  • die Notwendigkeit einer Einigung zwischen Verwertern und Urheber*innen beim Erlöschen des Widerrufsrechts bei Verträgen über unbekannte Nutzungsarten 

 

WEITERLESEN

2. Dezember 2016

Keine Abzüge für alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger/innen trotz „Papa-Tagen“

Rede zu unserem Antrag „Alleinerziehende entlasten – Umgangsmehrbedarf anerkennen“ (DS 18/10283)

(Es gilt das gesprochene Wort)

***

Wir haben in der Debatte bisher schon viel darüber gehört, wie schwierig die Lebenssituation für viele Alleinerziehende ist.

Mit unserem Antrag „Alleinerziehende entlasten – Umgangsmehrbedarf anerkennen“ sprechen wir eine ganz konkrete Baustelle an und machen einen Lösungsvorschlag, der eine erhebliche Verbesserung für die Betroffenen bringt.

In Deutschland leben inzwischen 2,2 Mio. Kinder in 1,7 Mio. Familien mit einem Elternteil. Alleinerziehend zu sein gehört noch immer zu einem der größten Armutsrisiken in Deutschland. 39 % der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern beziehen Leistungen nach dem SBG II.

Diese Menschen haben es, und das wissen wir alle, schon schwer genug, den Lebensalltag zu bewältigen. Und gerade jene, die versuchen, dem Kind auch einen Umgang mit dem anderen Elternteil zu ermöglichen, werden in vielen Fällen von den Jobcentern bestraft.

Zu Recht haben umgangsberechtigte Elternteile, die im SGB-II-Bezug stehen, einen Mehrbedarf für ihr Kind geltend gemacht. Dies darf doch aber nicht dazu führen, dass genau dieser Anteil bei dem Elternteil abgezogen wird, wo das Kind hauptsächlich lebt. Wie lebensfremd ist das denn? 

 

WEITERLESEN

30. November 2016

Austausch mit französischen Abgeordneten über europäische Kultur- und Medienpolitik

© DBT/A. Melde
© V. Hormann

Heute hatte der Ausschuss für Kultur und Medien eine Delegation des Ausschusses für Kultur und Bildung der Assemblée nationale zu Gast. Ich habe mich sehr über diesen parlamentarischen Austausch gefreut - zwar sind die parlamentarischen Arbeitsweisen unterschiedlich und wir haben in Deutschland auf Bundesebene keine so große Verantwortung für die Kultur, da das dies ja den Ländern zufällt. Aber dennoch ist es in der aktuellen Situation in Europa und angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus und Nationalismus umso wichtiger, weiter an den bestehenden Brücken zu bauen und sich eben gerade auch über kulturelle Dinge zu verständigen. 

So sprachen wir beispielsweise über das Europäische Kulturerbejahr 2018, bei dem es ja um viel mehr als „nur“ um Denkmalschutz und die Welterbestätten geht. Vielmehr soll es ein Ereignis werden, bei dem auch die Zivilgesellschaft einbezogen wird. Ich hoffe sehr, dass es demnächst konkretere Pläne für die inhaltliche Ausgestaltung geben wird. Mir ging es in der Sitzung außerdem darum, von unseren Gästen zu erfahren, wie die soziale Absicherung im Kultur- und Medienbereich in Frankreich aussieht und welche Maßnahmen am besten wirken, um Kultur- und Medienschaffende so zu stärken, dass sie auch wirklich frei und kreativ arbeiten können.

Im Anschluss an den Ausschuss besuchten wir noch die Ausstellung des Bundestages „Über den Unterschied der Gesichtszüge im Menschen“ von Johann Gottfried Schadow und Guillaume Bruère (GIOM). Heute fand zum Abschluss des Besuches noch ein Fachgespräch zum Thema "Buch" statt, bei dem es u.a. um Urheberrechte, Mehrwertsteuer, Preisbindung, Digitalisierung, und Verwertungsgesellschaften ging.

 

25. November 2016

Werk eines Thüringer Künstlers für Kunstsammlung angekauft

In dieser Woche kamen wir Mitglieder des Kunstbeirates zu unserer diesjährigen Ankaufsitzung zusammen - viele ganz unterschiedliche Werke galt es zu betrachten und dann eine Auswahl zu treffen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ein Werk des, von mir vorgeschlagenen, Künstlers Heinz Scharr angekauft wurde. Diese Rohrfederzeichnung aus der Folge "Vegetativ" gehört nun zur Kunstsammlung des Deutsches Bundestages.

Der 92-jährige Heinz Scharr, ausgezeichnet mit dem Thüringer Verdienstorden, lebt und arbeitet in meinem Wahlkreis, auf dem Komturhof Utterode.

 

HIER mehr Informationen zu ihm.

23. November 2016

Für wirkliche Weichenstellungen fehlt Ihnen der Wille

Rede zum Kulturhaushalt 2017

Noch einmal 267 Millionen Euro mehr im Kulturetat – dafür gilt Ihnen, sehr geehrte Frau Grütters, und auch den Haushältern unser Dank.

(Beifall bei der LINKEN)

Jeder Euro mehr für Kultur ist gut und richtig investiert. Das gilt erst recht, wenn Musik, Tanz und Soziokultur gefördert werden oder wenn die kulturpolitische Forschung, der Erhalt des schriftlichen Kulturguts, der Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden, auch der Bauhaus-Tradition abseits der Orte Dessau, Berlin und Weimar gefördert werden oder wenn der Ankauf der kulturhistorisch so bedeutsamen Thomas-Mann-Villa damit ermöglicht wird. Auch dafür sagen wir ausdrücklich unseren Dank.

(Beifall bei der LINKEN)

Schaut man sich aber an, wofür der Aufwuchs im Detail verwendet wird, fällt auf, dass die Hauptstadt Berlin am meisten profitiert, gefolgt von Hamburg. Auch die Baubranche kann guter Dinge sein; denn Sie planen ein prestigeträchtiges Bauprojekt nach dem anderen. Wie aber der spätere Betrieb zu finanzieren ist, dazu schweigt der Haushalt.

Der Kulturausschuss hat sich darauf verständigt, ein Fachgespräch zum Wie und Weiter mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal durchzuführen. Wieso aber beschließen Sie einen Tag danach 18,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau der preußischen Kolonnaden am selben Standort, nicht nur ohne Rücksprache, sondern auch unter Missachtung des Kulturausschusses? Es ärgert mich, dass hier wieder einmal Tatsachen geschaffen werden, ohne dass es zuvor eine fachpolitische oder gar öffentliche Debatte gegeben hat. Welches Politik- oder Demokratieverständnis steht dahinter? 

 

WEITERLESEN

 

23. November 2016

Freier Eintritt in öffentlichen Museen

Für die Kulturnachrichten des Radiosenders MDR Kultur, die heute Morgen zu hören waren, wurde ich zum Kulturhaushalt der Bundesregierung befragt. Hier ein Auszug:

 

"Die Kultur wird im Bundeshaushalt 2017, der heute im Bundestag diskutiert wird, wohl gut wegkommen: Auch im kommenden Jahr soll der Etat der Kulturstaatministerin steigen - auf insgesamt knapp 1,7 Milliarden Euro. Die Frage ist, wie dieses Geld verteilt wird. Die Opposition hat klare Forderungen. Die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sigrid Hupach, sprach bei MDR Kultur unter anderem von freiem Eintritt in öffentlichen Museen und Bundeseinrichtungen: 'Wie wichtig Bildung ist, zeigen gerade auch die aktuellen Herausforderungen in der Gesellschaft, und da könnte der Bund ein Zeichen setzen, dass die Barriere zu den Museen abgebaut werden und diese offen sind.' Finanziell könne der Bund das meistern, so Sigrid Hupach. Auch ein Kulturministerium im Bund kann sie sich vorstellen."

15. November 2016

"Von der Kunst zu leben"

Für Samstag hatte der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) zum diesjährigen Symposion „Von der Kunst zu leben“ eingeladen, bei dem die im Auftrag des BBK durchgeführte und eben erschienene Studie „Die wirtschaftliche und soziale Situation Bildender Künstlerinnen und Künstler 2016“ vorgestellt und diskutiert werden sollte. Leider konnte ich selbst nicht daran teilnehmen, meine Mitarbeiterinnen und auch die Ständige Kulturpolitische Konferenz der LINKEN waren aber vor Ort.

Diese Zahlen des BBK werden alle fünf Jahre erhoben und zeigen ein ganz gutes Bild der Entwicklung der letzten Jahre. Allerdings: so viel entwickelt hat sich leider nichts, schon gar nicht zum Guten. Fazit der Studie ist: „Die wirtschaftliche Situation … muss auf Basis der Befragungsergebnisse weiterhin als angespannt und partiell als prekär charakterisiert werden.“ (S. 58) Berücksichtigt man, dass an der Umfrage nur 5 % Bildende Künstler*innen unter 40 Jahren teilgenommen haben, so steht zu vermuten, dass die Situation noch dramatischer ist. Nur eine Minderheit kann aus den originären Berufseinkünften leben.

So wichtig es ist, regelmäßig Zahlenmaterial zu erheben und auszuwerten, so wichtig ist es, daraus Maßnahmen zu entwickeln, um an der Situation auch etwas zu verändern. Daher war es gut, dass die Studie ebenfalls zwei Zusatzaspekte untersuchte: neben dem gesellschaftlichen Engagement bildender Künstler*innen für Geflüchtete wurde eben auch die Frage der Ausstellungsvergütungen analysiert.

Die Ausstellungsvergütung ist kein Instrument, das muss man so klar sagen, um etwas gegen die mangelnde soziale Absicherung von Künstler*innen zu tun. Sie dient vielmehr dazu, eine Leistung von Künstler*innen (nämlich das Konzipieren, Vorbereiten und Durchführen einer Ausstellung) angemessen zu entlohnen und die künstlerische Leistung so auch zu respektieren. Allzu häufig wird es nämlich schon als ausreichend angesehen, den Künstler*innen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, in denen sie sich präsentieren können.

Die LINKE engagiert sich schon seit Jahren für eine Ausstellungsvergütung, hat dafür auch detaillierte Vorschläge unterbreitet und sieht vor allem die Einrichtungen der öffentlichen Hand in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen. Mit dem nun vorliegenden Material, den Erfahrungen aus Berlin und der Leitlinie des BBK liegen genügend Anstöße vor, neuen Schwung in die Debatte zu bringen.

 

14. November 2016

"Willkommen durch Kultur. Vielfalt der Kulturen als Chance und Herausforderung"

Unter dieser Überschrift befasst sich die neue Ausgabe des Magazins "Musikforum" des Deutschen Musikrats u.a. damit, welche Rolle die Kultur bei der Integration von Flüchtlingen spielen kann. Dazu wurden wir kulturpolitischen Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen befragt.
Hier mein Statement:

 

Die Fragen des Umgangs mit kultureller Vielfalt und des interkulturellen Arbeitens sind keineswegs neu, durch die Migrationsbewegungen der vergangenen Monate allerdings verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit getreten. Zum Glück, muss man sagen, denn die Gesellschaft in Deutschland ist schon lange viel bunter, als dies häufig noch unterstellt wird – und auch viel bunter, als dies an manchen Kultureinrichtungen zu erleben ist. Wir sollten die aktuellen Herausforderungen daher umso mehr als Chance begreifen, uns grundlegend darüber zu verständigen, was kulturelle Vielfalt meint, wie Zugangsbarrieren gesenkt und eine größere Diversität in den Kultureinrichtungen erreicht werden können.

Viele Künstler_innen und Kulturschaffende engagieren sich seit langem in Initiativen und Projekten für und mit Geflüchteten und haben diese Aktivitäten in den vergangenen Monaten noch verstärkt. Es sind wunderbare Ideen entstanden, um Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, nicht nur mit dem Notwendigsten zu versorgen, sondern sie mittels der Künste anzusprechen und mit ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen. Geflüchtete haben wie alle Menschen ein Recht auf Bildung und auf kulturelle Teilhabe, die Voraussetzung sind für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Partizipation.

  

WEITERLESEN

10. November 2016

In der Filmförderung braucht es dringend eine Quote

Rede zum Gesetzentwurf der Bundesregierung über Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films (Filmförderungsgesetz – FFG) und zu unserem Antrag "Filmförderung - Impulse für mehr Innovation statt Kommerz, für soziale und Gendergerechtigkeit und kulturelle Vielfalt" (DS 18/8073)

******************************************************************

Beim Film und Fernsehen sieht es mit der Geschlechtergerechtigkeit zwischen Frauen und Männern im Jahr 2016 genauso schlecht und defizitär aus wie in anderen Bereichen. Dank der Initiative einzelner Regisseurinnen führte der Bundesverband Regie nun zum dritten Mal ein Gendermonitoring durch. Erst vor ein paar Tagen erschien der dritte Diversitätsbericht.

Auch diese aktuellen Zahlen sind mehr als ernüchternd: Nur jeder sechste Film im Abendprogramm der ARD wurde von Frauen inszeniert. Beim ZDF ist es sogar nur jeder achte Film, obwohl die Absolventen von Filmhochschulen zu fast 50 Prozent weiblich sind. Das muss sich dringend ändern.

(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Dank des Engagements der Initiatorinnen von Pro Quote Regie gelangte das Thema der eklatanten Ungerechtigkeit in den letzten drei Jahren immer wieder an die Öffentlichkeit. Ich begrüße ebenfalls die Vertreterinnen oben auf der Besuchertribüne.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Heute ist der Zeitpunkt so günstig wie nie, mit der Filmförderungsgesetzesnovelle die Weichen endlich so zu stellen, dass man der systemisch bedingten Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern entgegenwirken kann. 

 

WEITERLESEN

9. November 2016

Öffentliches Fachgespräch soll Klärung in Sachen Freiheits- und Einheitsdenkmal bringen

Ich habe es sehr begrüßt, dass wir uns heute im Ausschuss für Kultur und Medien, dem zuständigen Fachausschuss, noch einmal mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal beschäftigt haben. Denn ich finde es doch sehr befremdlich, wenn im Haushaltsausschuss aus rein fiskalischen Überlegungen Entscheidungen getroffen werden, die eigentlich kulturpolitisch zu klären sind. Das gilt auch dann, wenn ich die dort getroffene Entscheidung im Einzelfall für richtig halte.

Daher unterstütze ich auch den gestern von der SPD unterbreiteten Vorschlag, sich noch einmal eingehend mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs des Ausschusses auseinanderzusetzen. 

Wir haben die Entscheidung des Haushaltsausschusses als Stopp des jetzigen Planungsprozesses interpretiert. Wir sehen darin nicht das Ende der gesamten Debatte zur Frage, wie ein Gedenken an 1989/90 und wie eine Aktualisierung der Aufbruchsstimmung von damals aussehen könnte.

Genau diese Fragen sind doch aber die zentralen – und sie wurden, so ist mein Eindruck, im Zuge des bisherigen Planungsprozesses zum Freiheits- und Einheitsdenkmal nicht richtig gestellt. Auch daher war das jetzige Denkmal schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt:

  • Die Idee, damit alle Freiheitsbewegungen der wechselvollen deutschen Geschichte zusammenzufassen, hat es inhaltlich überfrachtet.
  • Auch die Verquickung von Freiheit und Einheit passt nicht uneingeschränkt auf die Zeit von 1989/90.
  • Zudem war der Ort falsch gewählt. Wir haben uns seit Beginn an für die Würdigung der authentischen Orte, also des Alexanderplatzes in Berlin oder der Nikolaikirche in Leipzig, ausgesprochen.
  • Und schließlich: von den Bürgerinnen und Bürgern breit getragen wurde die Denkmalsidee auch nicht.

Aus all diesen Gründen finde ich es gut, dass der Pausenknopf gedrückt wurde.

Problematisch dagegen finde ich, dass sich die Kulturstaatsministerin seit dem Beschluss im Haushaltsausschuss bereits öfter auf das Brandenburger Tor bezogen hat und darin ein „von den Bürgern frei gewähltes Freiheits- und Einheitsdenkmal“ sieht.

Ich finde, dass das den Aufbruch von damals erst recht auf den Einheits-Aspekt reduziert und die eigentliche Leistung der Bürgerinnen und Bürger in der DDR minimiert.

Die Reformbestrebungen und der Gestaltungsanspruch von damals kommen in meinen Augen ohnehin schon viel zu kurz – mit der Fixierung auf die Vereinigung wird diese beschränkte Sichtweise noch befördert. Und ob eine zentrale Lösung die beste ist, bezweifle ich ja ohnehin.

Wenn wir uns die aktuelle gesellschaftliche Verfassung ansehen, den zunehmenden Erfolg populistischer Positionen und rechtsextremer, menschenfeindlicher Einstellungen, könnte man auch überlegen, die politische Bildung mit pluralen und partizipativen Ansätzen zu forcieren – und so die Erinnerung an 1989/90 und das Streben nach Demokratie und Freiheit ganz neu zu beleben.

9. November 2016

Zu Gast im Deutschen Bundestag

Zwischen Namentlichen Abstimmungen zum Arzneimittelgesetz und der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien konnte ich heute auch noch meine Besuchergruppe aus dem Wahlkreis im Bundestag begrüßen. In unserem Fraktionssaal gab es eine - leider nur recht kurze - Gesprächsrunde, dann noch ein gemeinsames Foto und dann musste ich auch schon weiter... 

4. November 2016

Freier Eintritt in unsere Museen – ein „spektakulärer Vorschlag“? Nein, eine Selbstverständlichkeit!

In der Mitte Berlins baut der Bund gemeinsam mit dem Land Berlin das „ambitionierteste Kulturvorhaben der Republik“, wie die Beauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, nicht müde wird zu betonen. Für mindestens 595 Mio. Euro Gesamtkosten entsteht das Humboldt Forum im äußerlich rekonstruierten Berliner Schloss.

Bisher mangelte es vor allem an einem inhaltlichen Konzept, das klargestellt hätte, welche baulichen Bedingungen nötig sind, um nicht nur eine repräsentative Hülle an einen prestigeträchtigen Ort zu stellen, sondern ein Forum zu gestalten, dass die Namensgeber, die in Deutschland absolut unterschätzten Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, wirklich ernst nimmt. Und das ist der im April 2015 berufenen Gründungsintendanz um Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp auf schlaue Weise gelungen.

Am 2. November haben sie am Beispiel einer ersten Ausstellung in der Humboldt-Box endlich vorgestellt, wie sie an diesem Ort die Geschichten der Welt und die großen Fragen vergangener wie heutiger Zeiten erzählen und in Dialog bringen wollen.

Keinesfalls nebensächlich, sondern ganz zentral dabei ist der freie Eintritt: „Wenn das Humboldt-Forum ein Forum für die Bürger sein soll, dann kann es diese wichtige Rolle in der Stadt nur spielen, wenn der Eintritt kostenlos ist." Und das ist richtig so!

Schon die Kosmos-Vorlesungen von Alexander von Humboldt vor fast 200 Jahren waren offen für alle und ohne Eintritt. MacGregor, von dem das Zitat stammt, kennt die Wirkungen des freien Eintritts aus Großbritannien nur zu gut: die Museen haben sich dort in den letzten 15 Jahren zu sozialen Treffpunkten entwickelt, Bildungserfahrungen eingeschlossen. Auch wir LINKE machen uns seit langem für diese – kulturpolitisch wichtige und sozial gerechte – Idee stark, zuletzt mit einem Vorschlag zu einem Berliner Modellprojekt in den Haushaltsverhandlungen für 2017.

Museen – das Humboldt Forum wie die vielen anderen kleinen und großen Häuser in den Metropolen wie in den ländlichen Räumen – sind die zentralen Orte unseres kulturellen Erbes, des Wissens und der Bildung, des Konflikts und des Dialogs, der Selbstvergewisserung und der Neugier. Schon deswegen muss es ein Anliegen sein, den Zugang zu ihnen so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten – für Menschen gleich welchen Alters, welches Bildungsabschlusses, welcher Herkunft, erst recht für Familien mit Kindern und für sozial Benachteiligte. 

 

WEITERLESEN

3. November 2016

Erste Ausgabe meiner Wahlkreiszeitung

Kürzlich ist die erste Ausgabe meiner kleinen Zeitung erschienen, mit der ich in Thüringen - vor allem natürlich in meinem Wahlkreis - über meine Arbeit in Berlin und vor Ort im Eichsfeld, dem Unstrut-Hainich-Kreis und Nordhausen berichten möchte. Welche kulturpolitischen Themen standen in der letzten Zeit im Vordergrund, welche Aktionen habe ich unterstützt, welche Veranstaltungen, Besichtigungen und Gespräche standen in Thüringen auf dem Programm...

 

HIER die Zeitung als PDF - oder gerne auch in meinen Büros in Heilbad Heiligenstadt und Nordhausen.

 

Die nächste Ausgabe erscheint Anfang 2017.

31. Oktober 2016

Kürzere Normalarbeitszeit anstatt mehr christliche Feiertage

Heute wird in einigen Bundesländern der Reformationstag gefeiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sprach sich kürzlich für bundesweite Feiertage am Reformationstag und am Buß- und Bettag aus.
Gegenüber der Nachrichtenagentur epd äußerte ich mich zu diesem Vorschlag folgendermaßen: 

 

Der Vorschlag des EKD-Ratspräsidenten hat Charme, denn gerade für gesellschaftliches Engagement fehlen in der hektischen Zeit heute häufig Kraft und Muße. Und: Feiertage sind ja nicht nur freie Tage, sondern Tage des Nachdenkens über die Bedeutung, die bestimmte Anlässe für uns noch heute haben. Auch deswegen hat sich meine Fraktion für den 8. Mai als Feiertag oder für den Weltfriedenstag am 1. September als europäischen Feiertag eingesetzt. Skeptisch bin ich jedoch, ob ein zusätzlicher christlicher Feiertag der richtige Ansatz ist. Ich plädiere eher dafür, die Normalarbeitszeit auf eine 30-Stunden-Woche zu verkürzen. Der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm: der zeitliche Gewinn könnte gut genutzt werden für eine paritätischere Verteilung der Familien- und Sorgearbeit, für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur, für ein Ehrenamt oder für politisches Engagement im weitesten Sinne. 

 

Nachzulesen ist mein Statement auch in dem Beitrag "EKD-Chef Bedford-Strohm wünscht sich mehr Feiertage" auf evangelisch.de.

27. Oktober 2016

KUNST TRIFFT POLITIK #3: Kultur per Gesetz?

Können Gesetze dafür sorgen, dass die kulturelle Infrastruktur gesichert wird? Das war die zentrale Frage bei unserer 3. Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe „Kunst trifft Politik“ heute in der Flohburg in Nordhausen. Gemeinsam mit Katja Mitteldorf, der kulturpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE in Thüringen, diskutierte ich mit Benjamin-Immanuel Hoff (Minister für Kulturangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei) und Franz Sodann (kulturpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE in Sachsen) über die unterschiedlichen Perspektiven.
Dass Kultur ähnlich wie die Wasser- und Stromversorgung zur Grundversorgung gehört und damit Teil der allgemeinen Daseinsvorsorge sein muss, ist eine der zentralen Forderungen unserer Partei, die ich auf bundespolitischer Ebene immer wieder in den Mittelpunkt stelle. Die Förderung des kulturellen Lebens und der Schutz des kulturellen Erbes darf sich nicht nur auf die Verwaltung des Mangels reduzieren. Die Aufnahme des Staatsziels Kultur in das Grundgesetz und die Aufhebung des Kooperationsverbotes wären seitens der Bundespolitik ein erster Schritt.
Da Kulturpolitik in erster Linie Aufgabe der Länder ist, waren die Ausführungen von Franz Sodann zum Kulturraumgesetz in Sachsen besonders interessant. Es trat als erstes Kulturgesetz bereits 1994 in Kraft. Über solch einen langen Zeitraum zeigen sich auch Probleme, die so ein Gesetz in der Durchführung mit sich bringen kann.
Deutlich wurde in der Diskussion mit Benjamin-Immanuel Hoff, dass ein Kulturgesetz allein (wie auch das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt) nicht zwangsläufig zu einem Aufwuchs im Etat führt. Zudem muss es neben einer ausreichenden und solidarischen Finanzierung auch eine inhaltliche und langfristig angelegte Strategie bzw. Vision geben, um den Erhalt der Kulturlandschaft zu sichern. Wir waren uns einig, dass es ein Weg ist, der nur durch die Einbindung der Kulturakteure und die Partizipation der Gesellschaft sinnvoll gegangen werden kann. Es war eine sehr anregende Diskussion, die gezeigt hat, welche Möglichkeiten aber auch Grenzen ein Kulturgesetz mit sich bringt. Und ich freue mich darauf, diesen spannenden Prozess weiter zu begleiten.

Im Rahmen einer Thüringer R2G Kulturwerkstatt geht der partizipative Diskussions- und Arbeitsprozess am 15.11.2016 weiter. Informationen dazu finden Sie hier.

HIER ein Beitrag zu unserer Veranstaltung in der "Neuen Nordhäuser Zeitung".

24. Oktober 2016

Informationen aus der Bundestagsfraktion zur Kulturpolitik 4/2016

Am 10. Oktober 2016 fand eine weitere Beratung der kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Linksfraktionen im Bund und in den Ländern statt. Eingeladen dazu waren auch die Sprecherinnen und Sprecher der Bundes- und der Landesarbeitsgemeinschaften Kultur. 

Im Nachgang dieser Beratung haben wir unseren Bericht zu den zentralen Themen der Kulturpolitik auf Bundesebene und zu unseren Positionen und Aktivitäten im parlamentarischen Raum in den "Informationen aus der Bundestagsfraktion DIE LINKE zur Kulturpolitik" 4/2016 zusammengefasst und mit entsprechenden Links untersetzt. Die darin behandelten Themen sind: 

 

  • Haushaltsverhandlungen zum Bundeshaushalt 2017
  • Kultur macht stark
  • Kulturgutschutzgesetz
  • Filmfördergesetz (FFG)
  • Filmerbe
  • Bundesarchivgesetz
  • Limbach-Kommission
  • Studie des Kulturrats zu Frauen in Kultur und Medien

 

Zu den Informationen vom 24. Oktober 2016...